Kirche in Breitenberg

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Zuordnung

Historie

Seit der Christianisierung des südniedersächsischen Raumes, die bereits in Teilen vor Bonifatius erfolgte, gehörte das obere und untere Eichsfeld bis etwa 1802 kirchlich zum Fürstbistum Mainz. Die politische Zugehörigkeit zu Mainz erfolgte für Duderstadt und damit auch für Breitenberg im Jahre 1342. Seit 1815 gehört das Untereichsfeld zum Bistum Hildesheim. Und bildet in diesem Diaspora-Bistum den einzigen geschlossenen katholischen Raum, der kulturell noch immer stark vom Süden geprägt ist. Dies zeigt sich auch in den vielen erhaltenen und neugestalteten Wegkreuzen und Bildstöcken, die im gesamten Eichsfeld die Landschaft prägen.

Ersterwähnung

Wann die erste Kirche in Breitenberg gebaut wurde, ist nicht bekannt. Vermutlich ist nach der ersten Ansiedlung mehrerer Höfe auch der Bau eines Gotteshauses erfolgt.

Die erste bekannte Erwähnung der Pfarrei erfolgt mit der Nennung des Pfarrers Bertold um das Jahr 1350. Ein weiteres Datum ist in einer Urkunde König Wenzels vom 25. Juli 1386 zu finden. Hierin wird Gerhardo als "plebano" (Pfarrer) in Breitenberg genannt. Weitere indirekte Erwähnungen der mittelalterliche Kirche finden sich in einer Rechnung der Stadt Duderstadt aus dem Jahre 1457, in der folgende Ausgaben notiert sind:

Cord Tegeler (Anm.: Ziegelmeister) 2 1/2 Mark vor Deken der Kerken to Bredenberge.

In einer späteren Rechnung der Stadt aus dem Jahre 1472 heißt es: 1 Mark deme steynmetzen to Breidenberge so labore an der Kerken; 1 1/2 Mark in vigilie assumptionis Mariae deme murmester to Breidenberge.

Die Stadt Duderstadt war seit der Belehnung im Jahre 1368 durch die Äbtissin Elisabeth von Quedlinburg für den Unterhalt des Kirchengebäudes zuständig.

1484 gießt der Glockengießer Christmann aus Duderstadt eine Glocke (~h1, 840 mm, 375 kg) für die Breitenberger Pfarrkirche. Sie war mit dem Bildnis der Gottesmutter Maria und den Hl. Drei Königen geziert. Diese Glocke konnte zwar aufgrund ihres hohen Alters über den ersten Weltkrieg gerettet werden, wurde aber 1923 dem Neuguss des Geläutes (b1 des2) geopfert.

1622 lässt der "tolle Christian", Herzog von Braunschweig, Dorf und Kirche in Flammen aufgehen. Anscheinend wird die Kirche dabei nicht vollkommen zerstört, da sie im Jahre 1623 wieder hergerichtet wird. 1686 bekommt sie ein neues Mannhaus.

Ab 1699 beginnen die Vorbereitungen für den Bau eines neuen Gotteshauses, das am 15. Oktober 1709 durch den Erfurter Weihbischof Johann Jacob Senft konsekriert werden kann. Dieser Neubau fällt in die rege Bauzeit vieler Eichsfelder Barockkirchen, die maßgeblich auf Anregung des Bischöflichen Kommissariusses und Stadtpfarrers von Duderstadt, Herwig Böning, enstehen.

1851 wird diese Barockkirche Richtung Osten erweitert. In den folgenden Jahrzehnten sind immer wieder aufwendige Reparaturen an dem Gebäude notwendig.

Der schlechte Zustand der Kirche und die gewachsene Einwohnerzahl führen dazu, dass etwa 1888/89 Planungen für einen größeren Neubau erfolgen. Dieser entsteht ab 1895 etwas westlich des alten Kirchplatzes, der für das neue Bauvorhaben zu klein ist.

Am 17. Mai 1897 erfolgt die Weihe der neuen und heutigen Kirche durch den Hildesheimer Bischof Wilhelm Sommerwerck. Sie ist als neugotischer einschiffiger Backsteinbau mit dreischiffigem Querhaus konzipiert. Im Inneren wirkt sie wie eine dreischiffige Hallenkirche.

1986 erfolgt eine umfassende Innenrenovierung des Gebäudes. Die dabei erfolgte Ausmalung orientiert sich an der ursprünglichen Ornamentik, die aus Farbfreilegungen übernommen worden ist. Die Farbgebung selbst ist zum größten Teil nicht original, sondern ist der Ausmalung der ebenfalls neugotischen Pfarrkirche in Brochthausen entlehnt.

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